Mt Fuji, Kamakura und Mt Nokogiri

Im Land der großen Buddhas

Auf der Suche nach Natur und Bergland ziehen wir weiter Richtung Osten. Fest entschlossen, uns mal wieder die (nicht mehr vorhandenen) Wanderschuhe anzuziehen. Also, Recherche: Mh ja, der Punkt auf der Landkarte mit „Fuji“ bezeichnet, klingt gut, und es gibt gibt eine bezahlbare Unterkunft. Da fahr‘ ma hin! Auf der Karte sieht es auch so aus, als wären einige im Frühjahr bewanderbare Berge in der Nähe. Ein Blick auf den großen Mount Fuji sollte auf jeden Fall drin sein.

In Fuji angekommen, sind wir etwas erstaunt über die chaotisch angelegte, schmutzige Stadt, die uns hier am Fuße des heiligen Berges begrüßt. Am nächsten Morgen stehen wir um 6.45 Uhr mit gepacktem Wanderrucksäckchen und sorgfältig geplanter Route (= ein Zettel mit abgemalten japanischen Schriftzeichen, die wir dann mit den Wegweisern vergleichen können) an der Bushaltestelle… um festzustellen, dass der Bus in der (Wander-)Nebensaison nicht fährt. Genauere Informationen waren nur am Fahrkartenschalter zu bekommen, der erst um 8.30 Uhr aufmacht. Der heutige Wandertag war also gelaufen. So ähnlich ging es auch die nächsten Tage weiter oder es regnete. Zu unserem Gipfel sind wir diese Tage jedenfalls nicht gekommen. Zumindest wissen wir jetzt, dass Fuji keine gute Ausgangsstation zum Wandern ist. Schöne Blicke auf den majestätischen Berg gibt es aber trotzdem. Die Fotoreihe „Fuji aus allen Blickwinkeln“ folgt natürlich unten ; ).

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Nach langwieriger Suche finden wir doch noch einen Couchsurfer in Japan. Wir machen uns auf den Weg Richtung  Zushi, um John zu treffen. Ein Amerikaner, der auf der US Base in der Nähe arbeitet, hat ein Bettchen für uns frei. Ein echtes Glück bei den Zimmerpreisen und der Saison.

Auf dem Weg dorthin lohnt sich der Halt im idyllischen Städtchen Kamakura. Zwar ist es touristisch recht überlaufen, bietet aber so viele interessante Ecken, dass sich die Besucher ganz gut verteilen. Neben Tempeln, dem zweitgrößten Buddha Japans und der schönen Insel Enoshima, finden wir in Kamakura auch ENDLICH wieder mal eine gute Tasse Kaffee. Sie bleibt uns in Erinnerung. Es die teuerste Tasse unserer Reise. Wir hatten vorher natürlich nicht nach dem Preis gefragt. Japan eben.
Der Hase-dera Tempel mit seinem schlichten Bau, aber großen Gartenanlage mit vielen Skulturen und einer Höhle, wird zu einem unserer Lieblingstempel in Japan.

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Und das beste zum Schluß: Bevor es nach Tokyo geht, besuchen wir noch Mount Nokogiri. Ein Geheimtipp der lieben Luise. Mit Laufen, Bahn, Bus, langer Wartezeit, Boot, Laufen und Seilbahn brauchen wir über vier Stunden für Luftlinie 28,03 km. Vielleicht ist es auch deshalb immer noch ein Geheimtipp. Die komplizierte Anreise lohnt sich jedoch. Unter strahlend blauem Himmel und mit kaum anderen Besuchern sehen wir hier einen der schönsten religiösen Orte Japans. Es ist auch ein Ort der Superlative: der größte Buddha Japans wurde hier direkt aus dem Fels geschlagen. Desto erstaunlicher ist es, dass Nokogiri immer noch so unbekannt ist. Gut für uns! Abends zeigt uns John noch seine kulinarischen Highlights Japans: zum einen Oden, Fleisch, Tofu und Gemüse, dass stunden- bis tagelang in einem würzigen Sud schmorrt, und zum anderen Japanisches Curry, sieht mit seiner dickflüssigen, braunen Soße zunächst etwas unappetitlich aus, ist aber erstaunlich schmackhaft.

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Mount Fuji
Kamakura
Mount Nokogiri