Luang Prabang, Laos

Plötzlich im Paradies

Es kam unerwartet. Wir hatten hin und her überlegt, ob Laos überhaupt in unsere Reiseliste kommt. Binnenland ohne Meerzugang und landschaftlich vermutlich ähnlich wie Nord-Thailand. Dachten wir. Man wirft Südostasien ja gerne mal in einen Topf. Aber dann schrieb uns Rachel über die Webseite workaway.com, sie bräuchte einen Graphiker und Marketingexperten für Ihr Hotel in Vang Vieng. Es ist recht selten, dass man einen workaway Job angeboten bekommt. In der Regel bewirbt man sich auf zehn Stellen, um drei Antworten zu erhalten. Das ist zu verlockend. Wir sagen zu. Laos ist wieder im Reiseplan.

Den günstigsten Flug gibt es nach Luang Prabang. Während des Landeanflugs stupse ich Steffen an, sage er solle mal aus dem Fenster schauen. Wow! Sanfte unbebaute Hügel überwuchert von Urwald, durchzogen von Flüßen, soweit das Auge reicht.

So stehen wir auf einmal in diesem wunderschönen Land und müssen eine neue Schublade öffnen. In der einen mit der Aufschrift Südostasien war schon lang kein Platz mehr. Schon am Flughafen merken wir, hier ist etwas anders. Keiner spricht uns an, keine laut durcheinander schreienden Taxifahrer, Kofferträger und Experten für alles was man braucht. Taxis sind zum Fixpreis am Schalter zu buchen. Die Preise unterscheiden sich lediglich durch die gewünschte „Luxuskategorie“: Gruppen- oder Einzeltaxi, klimatisiert oder nicht. Die Laoten sind zurückhaltend, fast schüchtern. Angenehm.

Das Angebot an Gastronomie und Hotellerie in Luang Prabang zeigt, dass es hier in der Hochsaison touristisch heiß hergehen muss. In der ruhigen Nebensaison präsentiert sich Luang Prabang uns aber als wohltuende Ruheoase im turbulenten Südostasien, die den französischen Einfluß aus Kolonialtagen genutzt und in die eigene Kultur integriert hat:

Laos – Luang Prabang